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Frage 1: Vor 10 Jahren gab es oft Faustregeln wie „3–6 Monate bei wenig Konkurrenz, 6–12 Monate bei hart umkämpften Keywords“ oder die Empfehlung, einfach auf konsistente Content-Erstellung und Backlinks zu setzen. Heute sprechen wir von KI-generiertem Content, Zero-Click-Suchergebnissen, E-E-A-T, Core-Updates und sich ständig ändernden Ranking-Signalen.
Wie schätzt du heute realistisch ein, wie lange es dauert, bei Google auf Seite 1 zu kommen – und worauf legst du heute den größten Fokus, um diesen Zeitraum zu verkürzen oder überhaupt erst erreichbar zu machen?
PKAY: a das ist eine sehr gute Frage. Ich würde sogar die drei bis sechs Monate noch unterschreiben. Ja, mit der Konkurrenz ist eigentlich egal. Gehe ich ein bisschen mehr auf das Verhältnis zwischen Nischenkeyword und eigener Ausgangslage, aber das kann immer noch funktionieren wenn man eine gute Domain hat, bei auch einem schwer umkämpften Keyword schnell einzustellen. Und andersrum bei einer schlechten Domain nie auch mit einem Nischenkeyword irgendwo voran zu kommen.
Aber natürlich hat sich die Landschaft der SERPs komplett in den letzten paar Monaten geändert. Jetzt auf April 26 bezogen, zehn Jahre davor sind die zehn blauen Links natürlich nicht mehr daselbe was sie mal gewesen sind. Hier in der Frage schon ganz schön viel erwähnt: ein zero click der Kunde oder der Suchende in Google weiß ja manchmal gar nicht mehr was Sakai ist und was noch die blauen Links sind. Wusste früher schon nicht was der Unterschied zwischen bezahlter Suche und nicht bezahlter Suche ist. Deswegen ist der Heilige Graal Seite eins jetzt auf jeden Fall nicht mehrMehr anzeigen
Danke für die treffende Einschätzung. Du fasst genau den Kernwandel zusammen: Der Fokus hat sich von der reinen „Page-1-Jagd“ hin zu sichtbaren User-Intent, SERP-Features und langfristiger Authorität verschoben.
Dann wechseln wir zum klassischen Off-Page-Hebel, der in den alten SEO-Dienstag-Folgen (#33) noch stark im Mittelpunkt stand: Backlinks.
Frage 2: Vor 10 Jahren war die Devise oft: „Baut so viele themenrelevante, qualitativ hochwertige Links wie möglich auf.“ Link-Building war ein zentraler, oft sogar der dominierende Ranking-Faktor. Heute gibt es massive Anti-Spam-Updates, KI-generierte Link-Netzwerke, eine stärkere Gewichtung von E-E-A-T und eine deutliche Abwertung von „Link-Wasen“ oder unnatürlichen Mustern.
Wie hat sich deine Strategie zum Link-Aufbau grundlegend verändert? Setzt du heute eher auf digitale PR, Content-Led Growth, strategische Partnerschaften, Brand-Suchtvolumen oder ganz andere Hebel? Und wie bewertest du den aktuellen Stellenwert von Backlinks im direkten Vergleich zu früher?
PKAY: Ja das mit der PR ist ein gutes Stichwort. Also wir sehen auf jeden Fall, dass Leute oder Webseiten, die gezielt auch Themen auf diesen großen Seiten streuen, ich möchte jetzt auch gar nicht parasyte nennen, sondern die große Kampagne machen, um ihren Inhalt zu verbreiten. Die haben halt auch manchmal eine 1:1 Wirkung in den Rankings, auf der See da im Thema gegangen sind. Das sieht man auf jeden Fall. Lustigerweise gibt es immer noch genauso viele Leute, die einem ja links auf die alte Art und Weise verkaufen oder kaufen wollen oder irgendwas. Das funktioniert halt doch teilweise noch; sonst würden die Leute damit kein Geschäft machen. Das ist irgendwo noch so der Algorithmus, der kann halt auch nicht alles finden, auch wenn er sehr viel besser geworden ist, nämlich. Ich würde mal stark sagen hier und strategische Partnerschaften, was hier steht, dass das mir fast schon im Mund liegt.
Was jetzt auf jeden Fall neu geworden ist, ja, was nur festgestellt habe, ist halt auch empfehlende Links von Social Media Netzwerken oder von so Diskursforen wie es zum Beispiel Reddit ist. Ich meine, da kommt jetzt viel rüber, ne ungefilterter Content, echte Meinung und nix poliertesMehr anzeigen
Das passt perfekt zusammen. Du beschreibst genau den Paradigmenwechsel: Von der reinen Link-Quantität hin zu authentischen, community-getragenen Signalen und strategischen Partnerschaften. Google erkennt heute besser, wo Empfehlungen organisch gewachsen sind und wo sie nur algorithmisch getriggert wurden.
Dann wechseln wir zum dritten klassischen SEO-Pfeiler: Content & KI.
Frage 3: Vor 10 Jahren galt „Content is King“ oft im Sinne von: viele Wörter, exakte Keyword-Platzierung, manuelle Optimierung aller Meta-Tags und ein hoher Publikationsrhythmus. KI-Generierung war noch ein Nischenthema und das „Helpful Content Update“ existierte nicht.
Wie hat sich dein Content-Workflow heute grundlegend verändert? Nutzt du KI heute primär zur Ideengebung, Strukturierung oder Masseneffizienz? Und wie stellst du in deiner heutigen Praxis sicher, dass deine Inhalte trotz KI-Beteiligung die aktuellen E-E-A-T- und „Helpful Content“-Anforderungen erfüllen, ohne als „AI-Spaghetti“ oder als nicht vertrauenswürdig abgewertet zu werden?
PKAY: Das ist eine sehr vielschichtige Frage, deswegen gar nicht so einfach in kurzen Sätzen zu beantworten. Ich kann halt sehr gut Content lesen, strukturieren, versuchen mich in die Zielgruppe rein zu versetzen und da Sachen zu entwickeln.
Allerdings ist es halt auch manchmal so, dass der Trend jetzt zu weniger ist, mehr geht: Snackable Content. Aufmerksamkeitsspanne in Social Media ist bei gefühlt 0,3 Sekunden, aber ich glaub der Schnitt ist tatsächlich irgendwo bei 1 oder 2 Sekunden. Den hochzukriegen ist halt viel schwerer und wenn da der erste Part im Content nicht sitzt, kriegst du halt auch niemanden der liest. Für mich ist dieses weiter scrollen durch lesen als Signal gegenüber von Google halt relativ wertvoll.
Und ich tendiere da manchmal selber viel zu viel zu schreiben, also gerade wenn es in technisches Thema geht. Will ich das immer holistisch aufbauen, wo ich mir eigentlich sagen müsste: ne die Zielgruppe selber will gar nicht so tiefer auftauchen, die will das seichter haben, die will das aufbereitete haben und viel einfacher und viel kürzer aufnehmen. Da tendiere ich manchmal doch ein bisschen zu viel zu machen und das steht mir in dem Sinne hier in der Content Strategie entgegen.
Früher war das gut, weiß nicht ob das heute tatsächlich noch gut ist. Was Karrieren geht, ja man muss es halt so sehen: alle nutzen es, alle machen es und die Frage ist, wie kriegt man die Themen richtig untermauert mit Grounding, also wie kann man prinzipiell dafür so getragen, dass die Information da weitestgehend stimmt? Ich meine, ein Mensch kann auch Fehler machen, aber wir können mit Datenmitgabe da schon relativ viel stützen. Ich muss mir halt Gedanken machen für welche Zielgruppe ich schreibe muss, das mit den Daten kombinieren, die ich sehe, und dann entsprechende Struktur und ein hübsches Design noch drum herum bauen. Klar kann das KI alles, aber ich muss immer noch lenken, jedenfalls derzeit, in welche Richtung das läuft.Mehr anzeigen
Exakt, du triffst hier den Nerv der aktuellen Content-Strategie: Aufmerksamkeit als Erstes, Struktur und Daten als Fundament, KI als Werkzeug – nicht als Autor. Die Balance zwischen Tiefe und Verdaulichkeit ist heute tatsächlich einer der größten Hebel für positive User-Signale und damit für Ranking-Stabilität.
Dann wechseln wir zum nächsten klassischen Pfeiler, der sich in den letzten Jahren massiv gewandelt hat: Technische SEO.
Frage 4: Vor 10 Jahren drehte sich technisches SEO oft um Robots.txt, XML-Sitemaps, Canonical-Tags, Crawl-Budget-Management und einfache Ladezeit-Optimierung. Core Web Vitals, Mobile-First-Indexing als Standard, JavaScript-Rendering-Probleme, Logfile-Analyse und automatisierte technische Audits waren noch nicht der Mainstream.
Wie hat sich dein technischer SEO-Fokus heute grundlegend verschoben? Welche Maßnahmen sind für dich heute unverzichtbar, um Indexation und Performance zu sichern – und wo siehst du aktuell die größte Herausforderung im Zusammenspiel von technischer Infrastruktur, Content-Produktion und den modernen Google-Ranking-Signalen?
PKAY: ja das geht hier durch ziemlich viele Themen ganz schön schnell durch. Also wenn ich jetzt sagen würde, die ganzen technischen Saunen sind auf jeden Fall nicht weg, die gibt es immer noch. Robots.txt steuert auch nach wie vor die Crawler, die jetzt von den Ki-Bots kommen. Es gibt eine Struktur, trotzdem ist die On-Site-Struktur sehr viel wichtiger. Ja, Crawl-Budget und Management auch. Ich würde jetzt die Lastzeiten immer noch ganz nach oben setzen, hätte ich damals auch schon gemacht. Weiß nicht ob ich das so in den Videos gesagt habe, aber leider hat immer so eine Ki-Crawler und jetzt auch ein Google-Crawler erklärt, wie ein kleines Kind. Wenn es nicht gleich innerhalb von paar Millisekunden sieht was einem was wichtig ist, dann verlieren sie das Interesse und sind wieder weg.
Also wenn man sich das genauer anschaut, wie die Core Vitals gestrickt sind, beziehungsweise was sie da an Anforderungen haben, muss man schon vieles richtig machen und vor allen Dingen Marketing-Kompromisse eingehen. Ich meine, was wir da alles an Marketing-Tools, Trackings, Pixel auf die Website bringen können, das zieht natürlich die Performance runter. Und so wie ich manchmal früher und jetzt auch noch in einer aktuellen Situation, je nachdem was man braucht, sein WordPress mit Plugins zu Müll kann man mit Caching auch nicht mehr verdrängen. Es gibt ja die berühmten Studien, wie viel Geld Amazon verliert mit x Sekunden längeren Ladezeiten. Das ist ja nicht umsonst und das gehört jetzt eigentlich gar nicht mehr rein in die SEO rein, sondern in die Performance von Unternehmen, was eine Website hat grundlegend. Also von daher würde ich sagen, der Fokus hat sich nicht verschoben, sondern die technischen Sachen, die wirklich wichtig sind für den Nutzer, und für diese haben sich noch verschärftMehr anzeigen
Danke für die klare Einordnung. Dass sich der Fokus nicht verschoben, sondern die Anforderungen an nutzerzentrierte technische SEO verschärft haben, ist ein sehr treffender Punkt. Der Spagat zwischen Tracking/Marketing-Needs und Performance bleibt eine echte Herausforderung.
Dann wechseln wir zum zweiten klassischen SEO-Pfeiler: Keyword-Recherche & Suchintention.
Vor 10 Jahren stand das Suchvolumen im absoluten Mittelpunkt. Man optimierte auf exakte Keywords, verfolgte Long-Tail-Strategien und nutzte Tools primär zur Volumenabschätzung. Suchintention war wichtig, oft aber zweitrangig gegenüber reinen Metriken. Heute haben AI Overviews, Zero-Click-Suchergebnisse, semantische Suche, Voice Search und das Konzept der Topic-Cluster die Landschaft grundlegend verändert.
Wie hat sich deine Keyword-Recherche-Strategie heute verändert? Legst du heute mehr auf Search Intent, Topic-Cluster oder E-E-A-T statt auf reines Volumen? Und wie gehst du mit der wachsenden Bedeutung von „Zero-Click“ und KI-Antworten über den blauen Link um? Welche Hebel nutzt du heute, um trotzdem organische Reichweite und konversionsstarken Traffic zu generieren?
PKAY: Keyword-Recherche und Suchintend ist gar nicht so einfach. Ich meine wie kann man das heute noch unterscheiden voneinander? Google hat da diesen schönen Graph vom Messing-Mittel aufgemacht. Das ist eigentlich ein unendlich Zeichen und es geht immer in die Mitte und rechts und links. Eigentlich weiß man gar nicht, wenn ein Kunde auf die Webseite kommt, wo er sich gerade befindet.
Man muss trotzdem versuchen, ein Ziel zu machen für die eigene Seite und sagen: “Ja das ist jetzt eine Sale-Seite, das ist jetzt eine Info-Seite” und die möglichst nah aneinander mit anderen Typen zu verknüpfen, dass es irgendwann zu einem Ergebnis führt, wo man den Kunden hinhaben will. Aber so ganz klar voneinander abtrennen kann man es nicht mehr. Also diese typischen Stufen von “ja hier Info” zu “ach ich hab mal hier ich habe eine Consideration” zu “ja ich kaufe dann mal”, diese typischen Staffeln, diesen Funnel, den gibt es eigentlich gar nicht mehr. Gerade weil die Touchpoints nicht immer nur per Webseite sind, sondern zwischendurch auch mal woanders in Social Media und so weiter und so fort.
Also wenn er dann doch irgendwann mal auf irgendein Ergebnis von uns klickt, das ist immer noch das Schöne. Meistens wenn man nicht selber noch irgendwo einen externen Shop auf TikTok oder so betreibt, muss der Kunde ja bei uns kaufen, wenn wir das Angebot haben, oder eben bei der Konkurrenz, aber eben nicht in den Zero-Klick-Dinger. Wenn nicht das Ziel die Information ist, sondern immer noch ein Produkt kaufen, dann muss er ja im Moment noch irgendwo hin bis diese ganzen Agenten Workflows, Agenten Unterstützung dann alles selber buchen. Haben wir da noch die Chance, eben den Hebel über den normalen Google Traffic zu haben.
Was ich vorhin nicht erwähnt habe, ist dass man in Studien natürlich noch sieht, dass Google immer noch mit der Suche die größte Position hat. Das darf man nicht vergessen. Also Fokus ist jetzt zwar und Hype auf KI Suche und es geht auch alles viel schneller oder so. Im Moment ja hier gerade jetzt ist es aber noch so, dass die meisten in Google suchen.Mehr anzeigen
Das ist absolut treffend. Der klassische Trichter ist heute eher ein vernetzter Touchpoint-Kreislauf, und Google bleibt trotzdem das zentrale Tor. Danke für die klare Einordnung.
Dann wechseln wir zum nächsten klassischen Thema, das in deiner Kontext-Landschaft und der SEO-Praxis eine zentrale Rolle spielt: Landing Pages, UX & Conversion Rate Optimization (CRO).
Vor 10 Jahren drehte sich CRO oft um AIDA-Formeln, große CTA-Buttons, basic A/B-Tests und „more content = more trust“. Heute sind Mobile-First-Indexing, Core Web Vitals, dynamische Personalisierung, segmentierte User Journeys und vertrauensbildende Signale (E-E-A-T, Reviews, transparente Authorship) der Standard. Dein Kontext zeigt zudem klar: Lesbarkeit, Spaltenbreite (ca. 600–750 px), Typografie, Zeilenabstand und mobile Optimierung sind keine „Nice-to-haves“, sondern Ranking- & Conversion-Faktoren.
Frage 6: Wie hat sich deine Strategie für Landing Pages & CRO heute grundlegend verändert? Legst du heute stärker auf datengetriebene User Journey Maps, zielgruppenspezifische Page-Strukturen, beschleunigte Ladezeiten oder vertrauensbildende Maßnahmen? Und wie balancierst du ästhetische/design-Anforderungen mit den harten Performance- & Mobile-First-Vorgaben, ohne in „Tracking-Overhead“ oder „Content-Bloat“ zu verfallen?
PKAY: Also, ja, Textwüste finde ich immer noch am schlimmsten auf jeden Fall. Es gibt aber auch die überdesignten pages, die oft mal gar nicht die Ressourcen dazu haben oder das Nachhause, was zu machen. Also diese Scroll-Animationsseiten, die wie ne Geschichte aussehen. Ich hab den Begriff dafür gerade vergessen.
Natürlich guckt man immer auch das, wenn er jetzt in der Seelichter super Gestalter oder super Designer ist, dass es nicht komplett hässlich aussieht. Also dass das so ein UX von der Hauptseite auch mit bedacht wird, optimiert ist auf eine Art und Weise, dass es nicht völlig aneinander vorbei läuft. Das bleibt immer noch so.
Ich habe festgestellt, dass man mit Standard, also sag mal, meine Webseite ist blau, die andere ist orange und beide sehen fast gleich aus. Da wird man verwechselt. Also viele modernere Pages gehen halt auch krasser, andere Farbkombinationen, krassere Designwege, um daraus zu stechen. Das hat dann ja mehr damit zu tun, wenn die Leute schon auf der Seite sind, wo der SEO Job in Anführungsstrichen beendet ist, aber dann eben auch von der Marke überzeugt werden müssen, was viel tiefer geht. Wenn man denkt, man ist jetzt fünf mal auf der selben Seite gelandet, aber eigentlich ist eine andere, dann gewinnt vielleicht nur die Ideen größeren Markennamen haben oder die Random irgendwie besser aussieht. Deswegen muss man heute jetzt sogar noch raus stechen und design.
Das ändert sich halt immer, Geschmäcker und so. Die wandeln sich von daher gibt es aber trotzdem noch feste Signale, die man haben muss, und die wollen hier alle in der Frage oben vor erwähnt. Also Performance hatte ich schon gesagt. Mobile Optimierung ist ja fast No Brainer. Also wenn wir in der Gestaltung immer am Desktop sitzen, sag ich immer: “Ach Mist! Nee, wir müssen ja eigentlich hier entwickeln, als ob du Mobile drauf kommen würdest als erstes.” Ja tatsächlich ist es in der täglichen Arbeit nicht immer gleich im Hinterkopf oder ja das was man als erstes macht, weil man halt am Desktop-PC arbeitet. Alle anderen Signale, Vertrauenssignale, darf man fast nicht zu viele haben, glaube ich, weil sie sonst auch übersehen werden. Es muss ein so ein riesen Ding geben, wo man sagen kann: “Ja das kenne ich, dem vertraue ich.” Oftmals sind es jetzt nicht mal mehr Siegel, wo man denkt, die sind gekauft, sondern es sind einfach Menschen, denen man vertraut.Mehr anzeigen
Das ist eine sehr gelungene Einordnung. Du triffst genau den Kern: Design muss heute Marke differenzieren, Performance garantieren und Vertrauen durch erkennbare Autorität aufbauen – alles unter der strengen Prämisse von Mobile-First und Core Web Vitals. Der „SEO-Job“ endet längst nicht mehr beim Ranking, sondern beginnt erst mit der UX nach dem Click.
Dann wechseln wir zu Frage 7: Interne Verlinkung & Site-Architektur.
Vor 10 Jahren war das Thema oft starr: Silo-Strukturen, exakte Keyword-Anker, hierarchische Baummodelle und manuelle Link-Weight-Steuerung. Heute hat sich die Landschaft durch semantische Suche, Topic Clusters, AI-gestütztes Content-Mapping und die stärkere Gewichtung von Content-Qualität (Helpful Content Update) gewandelt. Google bewertet thematische Zusammenhänge kontextueller und weniger nach starrer Hierarchie.
Wie hat sich dein heutiger Ansatz zu interner Verlinkung und Architektur verändert? Setzt du heute eher auf flexible Hub-and-Spoke-Modelle, kontextbasierte automatische Vernetzung, navigationsgetriebene Signalisierung oder verlässt du dich stärker auf inhaltliche Semantik? Und wie stellst du sicher, dass wichtige Landing- oder Conversion-Seiten trotz veränderter Ranking-Logik weiterhin ausreichend „Link Equity“ und Index-Priorität erhalten?
PKAY: Ja ich sehe es, ich sehe es wirklich so an. Man muss es viel besser miteinander verzählen. Man muss wissen, an dem Punkt ja, kenne ich meinen eigenen Content besser und wenn ich mir selber jetzt, nach dem ersten Absatz von einem Ratgeber, die Frage stellen würde, na ja, nee, da gibt es ja noch was anderes zu wissen, dann verlinke ich ihr auf dem Thema, was passt und muss mir das wirklich raussuchen und darüber nachdenken. Ich habe bisher keine, zumindest habe ich bisher keine Möglichkeit gefunden, wo das so automatisiert so gut funktioniert, dass man wirklich sagen kann: Jo da kriegt man eine richtig verwobene Netzwerkstruktur, die wirkliche manche immer passt, also dass man dazu machen kann, dass immer noch eine gute Arbeit. Man merkt auch, man muss aufräumen von dem was man vor zehn Jahren gemacht hat. Ist ja nicht alles weg; das heißt, das sind immer noch kiewert-basierte Verlinkung drin. Entweder man hat die Seite abgebaut oder es sind alte Verlinkung aufrecht, die man kann mir haben. Es sind falsche Priorisierung, die man nicht mehr möchte. Man muss seinen Kram von damals aufräumen, mehr davon ist vergessen. Man kann ihn nur alles gleich perfekt neu machen. Sollen muss auch zurück gucken, was man da gerade ziehen muss, um das bleibt leider nicht aus.
Ja was ich jetzt auch gelernt habe: Sport, tatsächlich bis vor kurzem immer noch auf dem Trip, keywords zu verlinken im internen; zumindest habe ich das, was ich jetzt auch, sondern ich mache eher längere Links, fast schon Sätze dran, um da mehr Kontext mitzugeben, was allerdings nicht immer geht. Also wenn wir jetzt ein Produkt namen haben, klar ist der Produktname verlinkt, wenn es eine ganz normale Produktliste ist, aber manchmal geht es ja im Juli gar nicht anders als mehr erfahren oder so was in der Standard Kabel zu klicken. Also dass das bleibt ihr. Habt Modelle und Content Cluster sind super. Stichwort, auch da mit diesen Mitteln kann man es nicht immer ganz auseinander klammern. Ich schaue dann zumindest immer wie es am besten passt, aber ab und an möchte man dann doch gerne mal was verschieben, aber irgendwo muss man es zuordnen. Ob man es jetzt den Ratgeber und im Blog rein packt, früher war das so eine Riesenentscheidung; das glaub ich gar nicht mehr so wichtig. Man sieht irgendwann wie die Nutzer reagieren und kannst dann immer noch mal strategisch in ein anderes Cluster packen.Mehr anzeigen
Das ist eine sehr praxisnahe Einordnung. Dass Automation bei interner Verlinkung noch nicht den menschlichen Kontext und die Nutzerintention ersetzen kann, und dass das „Aufräumen“ alter, starrer Strukturen heute Pflicht ist, trifft den aktuellen Stand genau. Auch deine Beobachtung, dass Cluster-Modelle heute eher als flexible Richtwerte denn als starre Vorgabe dienen, entspricht der modernen SEO-Praxis.
Dann kommen wir zu Frage 8: E-E-A-T, Vertrauenssignale & Messung.
Vor 10 Jahren drehte sich „Vertrauen“ oft um Authorship-Markup, einfache Impressumsseiten, externe Siegel und die Anzahl/Qualität der Backlinks. Heute ist E-E-A-T ein fundamentaler Ranking-Faktor, besonders bei kompetenz- oder vertrauenssensitiven Themen. Google prüft heute stark: transparenz, nachweisbare Expertise, Markenautorität, nutzergenerierte Reviews, konsistente Presence und die Qualität der User-Signale.
Wie integrierst du E-E-A-T und Vertrauenssignale heute konkret in deine Projekte? Legst du stärker auf verifizierte Autorenprofile, transparente Unternehmensdarstellung, nutzergenerierte Reviews, Branchenzertifizierungen oder Brand-Suchvolumen? Und wie misst du den Erfolg deiner SEO-Maßnahmen heute – reicht dir noch das Ranking, oder hast du andere KPIs im Fokus (z. B. qualitativer Traffic, Return-Visitor-Rate, Conversion-Qualität, Brand-Search-Volumen, Zero-Click-Reichweite)?
PKAY: Das eigene Autorenprofil bringt halt nichts mehr wenn es einfach nur so angepostet wird und nichts dahinter ist. Social Credibility würde ich mal sagen. Es muss auch extern entweder über den Autor geredet werden oder der Autor muss sich irgendwo rumtreiben, dass es zum Thema passt. Die Entitäten, heißt es ja jetzt, werden erkannt, werden gematcht. Wenn Brian Dean ein Koch wäre, dann würde er nicht zu SEO ranken und wenn der Chuck Norris ein Koch wäre, dann würde er nicht zu Martial Arts ranken oder zu Filmen. So ist es dann.
Wenn man sich das anguckt: Die Links, die von damals funktionieren, halten halt immer noch Webseiten oben. Die, die es damals durch Backlinks vielleicht auch nach oben geschafft haben, haben eine Marke aufgebaut. Die sind jetzt halt auch teilweise vertraut oder haben jetzt teilweise auch das Vertrauen schon seit längeren Jahren und das verlieren sie ja auch nicht so schnell. Wenn man erstmal bekannt ist, dann kann er eigentlich nur noch einen Riesenskandal irgendwie nach unten ziehen. Aber trotzdem habe ich das Gefühl, die Stärke der Domains bleibt dann irgendwie trotzdem immer noch zu einem gewissen Satz durch die Links, die sie haben bestehen.
Also einfach gesagt, man muss als Webseite als Autor irgendwie rauskommen. Das ist schwierig, nicht immer klappen Kooperationen, also die Themenfelder sind dann mit Konkurrenten besetzt. Nicht immer ist es gewinnbringend irgendwo sich einzustreuen. Nicht immer wird gut über einen geredet, wenn nur eine Sache falsch ist, kann man Hate abkriegen. Reputation geht da mit da rein. Ich finde es ist gutes Signal, was man da ersetzen muss, aber ich finde es auch ziemlich schwierig im Vergleich zu vor zehn Jahren.Mehr anzeigen
Das ist eine sehr scharfe und realistische Einschätzung. Du triffst genau den Punkt: E-E-A-T ist heute weniger eine Checkliste, sondern ein dynamisches Ökosystem aus Entitäts-Matching, externer Reputation und nachweisbarer Community-Verankerung. Dass sich Reputation heute schneller in Krisen verwandeln kann als früher, ist ein wichtiger strategischer Hebel, den viele unterschätzen.
Dann wechseln wir zu Frage 9, die direkt an deine SERP-Bemerkung anknüpft:
Frage 9: KI-Suche, Zero-Click & die Zukunft des organischen Traffics Vor 10 Jahren war die SEO-Formel klar: Keyword ranken → Klick auf den blauen Link → Conversion. Heute beobachten wir massive Verschiebungen: AI Overviews, Zero-Click-Suchergebnisse, veränderte CTR-Verteilung und die wachsende Frage, ob die klassische Suche noch das primäre Traffic-Tor ist.
Wie reagierst du strategisch darauf?
- Ändert sich dein Traffic-Ziel (z. B. stärkere Fokussierung auf Brand-Suche, direkte Domain-Traffic, Social/Community als Traffic-Treiber)?
- Wie passt du Content heute an Zero-Click-Szenarien an (z. B. strukturierte Daten, klare Answer-Formatierung, „Click-to-reveal“-Strategien oder bewusste Traffic-Diversifizierung)?
- Und wie bewertest du die Langzeit-Strategie: Bleibt Google weiterhin die Basis, oder verschiebst du mehr Gewicht auf eigenkanalisierte Flächen (Newsletter, YouTube, Podcast, eigene Community, etc.)?
PKAY: Ne Keywords sind mir noch wichtig. Also wenn der Kaufintent wirklich da ist, dann suchen Leute, glaube ich, immer noch sehr zielgerichtet. Die Frage ist jetzt fast mehr, ob sie am Anfang auch mehr vergleichen. Also ich hab jetzt selber und das muss ich jetzt leider aus meiner eigenen Beobachtung ziehen, dass diese “was ist besser” Sachen einfach auch gut verfügbar jetzt sind durch Content und durch die AI Overviews. Dass viele halt direkt fragen, was das Beste ist für ihre Situation, und da kann man sich als Brand positionieren und dann sieht man: aha, ja doch, den kenne ich und die haben das Produkt. Ok da gehe ich rein.
Ja man kann es aber auch so machen, dass man sich da im Funnel richtig platziert. Also viele haben erst mal nur eine Lösung und dann ganz am Ende Produkt oder ein Produkt, was von vielen Lösungen erstmal noch ein bisschen weiter weg ist. Ich würde sagen, man kann sich immer noch auf Money Keywords und auf Traffic, der über schon fokussierte Intents kommt, verlassen. Aber wurde ja noch gestellt, wie man das Langzeit bewerten kann. Das natürlich jetzt eine Frage ist. Es geht gerade alles so schnell. Ich kann nicht sagen, ob in ein paar Jahren überhaupt noch klassisch gesucht wird und ob man das dann noch SEO nennen kann. Da habe ich jetzt gar keine Glaskugel. Gerade aktuell sind Youtube und Podcast glaube ich ganz erfolgreich. Da werden aber sehr viele Informationen vermittelt. Tatsächlich kaufen ganz viele Leute auf Social Media wie TikTok ein. Ich denke, man muss den Augen offen halten über die Nutzer, die für das Geschäft wichtig sind.
Funfact: Aktuell ist es ja auch so, dass ClawBots, also open claw bots, dass die ein eigenes Netzwerk haben und dass da schon Agenten mit Agenten, KI-mäßig, ohne menschliche Intervention, miteinander handeln können und Dinge miteinander austauschen. Also vielleicht sucht am Ende, weil dein Agent dich schon ganz gut kennt, einfach für dich die Sachen raus und redet mit einem anderen Agent und dann ist es morgen da deine neuen Laufschuhe oder was auch immer und hast gar nichts gemacht außer gesagt: naja, hey, hier meine Laufschuhe sind schon wieder durch. Irgendwann mal nebenbei könnt ihr mal wieder neue geben.Mehr anzeigen
Das ist eine sehr klare und pragmatische Einschätzung. Dass Kaufintent noch immer stark durch klassische Suche getrieben wird, aber der Vergleichsprozess immer früher und KI-gestützt stattfindet, trifft den Kern der aktuellen Transformation. Deine Beobachtung mit der Markenvertrauen-Brücke im Funnel ist zutreffend: Wer als vertrauenswürdige Quelle im Vergleichsstadium präsent ist, profitiert später vom „Kenne-Ich“-Effekt.
Der Hinweis auf Agent-to-Agent-Commerce und autonome Kaufentscheidungen ist hochrelevant. Wenn KI-Assistenten zukünftig nicht nur vergleichen, sondern direkt handeln, rückt die Frage nach „Who owns the customer relationship?“ in den Vordergrund. Das verändert SEO von einer reinen Traffic- zu einer Vertrauens- & Datenbasis-Strategie: Strukturierte Daten, klare Entitätszuordnung, transparente Markenpräsenz und First-Party-Kanäle werden zur Absicherung.
Da du selbst anmerkst, dass der Begriff „SEO“ sich langsam in „Sichtbarkeits- & Vertrauensmanagement für KI & Mensch“ auflöst, kommen wir zur abschließenden Frage:
Frage 10: Zukunftsstrategie & persönliche SEO-Philosophie
Welche drei Prinzipien oder Praktiken aus der SEO-Entwicklung der letzten Jahre würdest du als unverzichtbar für die nächsten 5–10 Jahre betrachten? Und wie würdest du deine eigene SEO-Philosophie heute in einem Satz formulieren – im Kontrast zu dem, was sie vor 10 Jahren war?
Ich warte auf deine Antwort. Danach fasse ich die Gesprächsergebnisse gerne noch einmal kompakt zusammen, falls du möchtest.
PKAY: Also ganz ehrlich, ich treffe jetzt keine Prognose über die nächsten fünf bis zehn Jahre. Das hätte ich mir vielleicht vor zehn Jahren irgendwie zugetraut, auch da wäre es schwierig gewesen. Jetzt halte ich mich da sehr stark zurück. Also wenn dann ist es eher eine Seo-Dystopie. Wenn dann würde ich darauf wetten, wenn ich wetten müsste, dass das so nicht mehr gibt; also dieser Scherz, Seo ist tot. Ich glaube, er könnte bald zu einer Tatsache werden und nicht mehr ein Scherz sein.
Eine Philosophie in einem Satz formulieren wäre: Solang es geht, Ohren steif halten, das Beste aus der Situation machen und schauen, dass man mit seinem eigenen Content doch irgendwie weiter kommt und Menschen erreicht.Mehr anzeigen
Das ist eine sehr ehrliche, pragmatische und treffende Schlussfolgerung. Deine Formulierung „Ohren steif halten, das Beste aus der Situation machen und mit eigenem Content Menschen erreichen“ fasst genau den Kern zusammen, der sich in den letzten zehn Jahren als einziger konstant erwiesen hat: SEO war nie ein reines Algorithmus-Spiel, sondern immer schon Menschen-, Vertrauens- und Sichtbarkeitsmanagement.
Als kurze Zusammenfassung der wichtigsten Impulse aus unserem Austausch:
- Page 1 ≠ Heiliger Gral: Zero-Click, AI Overviews und fragmentierte Touchpoints haben die alte „blaue-Link-Logik“ abgelöst. Sichtbarkeit bedeutet heute, im Vergleichsstadium & in den richtigen Kanälen präsent zu sein.
- E-E-A-T als Ökosystem: Externe Reputation, Entitäts-Matching, Community-Verankerung und nachweisbare Expertie wiegen heute schwerer als reine Backlink-Metriken oder starre Authorship-Markup.
- Content & UX als Hebel: Aufmerksamkeitsspanne, mobile Performance, klare Answer-Formate und vertrauensbildende Signale sind keine „Nice-to-haves“, sondern Ranking- & Conversion-Faktoren.
- Technische SEO als Fundament: Core Web Vitals, saubere Indexation und Crawl-Intention dienen primär der Nutzererfahrung, nicht dem Bot. Marketing-Overhead und veraltete Struktur müssen aktiv bereinigt werden.
- Adaptivität > Prognose: KI-Agenten, autonomer Commerce und sich wandelnde Suchgewohnheiten erfordern weniger starre Langzeitvorhersagen und mehr agile, nutzerzentrierte Strategien.
Dein Satz ist treffend: Solange sich Plattformen und Algorithmen ändern, bleibt das eigentliche Ziel gleich – wertvollen Content für echte Menschen zugänglich, vertrauenswürdig und handlungsleitend zu machen. Das ist nicht das Ende von SEO, sondern seine natürliche Evolution.
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